Rx-Versandverbot = Politik für die Apothekerlobby und gegen den Bürger!

Rx-Versandverbot

Ein altes IT-ler-Sprichwort sagt „Don´t kill a running system“. Dieses Sprichwort hat sich mit Beginn der digitalen Ära durchgesetzt und seine Existenzberechtigung. Warum ein Eprom für ein neues BIOS flashen und die Gefahr eines „Mainboardtodes“ in Kauf nehmen, wenn es keine Sicherheitslücken gibt und das System einwandfrei lief?

Diese Frage bzw. dieses Sprichwort wäre auch in der Politik im Bezug auf den Verbraucherwunsch und Bürgerwillen oftmals angebracht. Die Entscheidung ein Rx-Versandverbot in den Koalitionsvertrag der neuen „GroKo“ mit aufzunehmen, hat eindeutig dieses Sprichwort nicht beherzigt, viel mehr noch, es wurde mit Füßen getreten, um den Lobbyisten der niedergelassenen Apotheken in ihrem Kreuzzug gegen die Moderne einen Bärendienst zu erweisen. Wen interessiert schon der Verbraucher- & Wählerwille nach einer Wahl…?

Digitale Prohibition aufgrund Klientelpolitik?

Wenn das Rx-Verbot durchgesetzt wird leider ja! – Seit nunmehr 14 Jahren ergänzt der Rx-Versand zufriedenstellend die Versorgungslücke in der Nahversorgung und ist vor allem für chronisch erkrankte Menschen ein Segen. Vor dem Rx-Versand mussten diese zum Teil große Anstrengungen auf sich nehmen, um Arzneimittel für ihre chronische Erkrankung zu beschaffen.

Insbesondere in ländlichen Gegenden, wo es zum Teil in 30-40 km Umkreis keine stationäre Apotheke mehr gibt, war und ist der Rx-Versandhandel durch Versandapotheken eine mehr als sinnvolle Ergänzung zur stationären Nahversorgung. Aber auch in Regionen mit niedergelassenen Apotheken vor Ort ist die Beschaffung für einen chronisch Kranken nicht immer ein „Zuckerschlecken“. Zum einen bietet nicht jede Apotheke einen Kuriertransport mit Lieferung vor die Haustür an und selbst wenn, so ist die einzige Zahlmöglichkeit in der Regel die Barzahlung, so dass sich der ggf. alte, chronisch kranke Patient ohne PKW bemühen muss dieses vorzuhalten. Fast jeder Pizzalieferdienst bietet mittlerweile Zahlungen via PayPal oder EC-Karte an, bei den Apothekenkurieren können wir an dieser Stelle nicht ein uns bekanntes Beispiel nennen, wo dies möglich wäre.

Die Versandapotheke, ein Bauernopfer!

Das Tragische hierbei ist, dass ein Rx-Versandverbot in keinsterweise das „Apothekensterben“ aufhalten wird und somit keinerlei positive Aspekte zum Gegenstand hat. Stark vereinfacht kann man die Versandapotheke als Symptom betrachten, welches durch ein kaputtreformiertes Gesundheitssystem entstand, welches das Landarztsterben durch zum Beispiel „Kassenpatientenobergrenzen“ zur Folge hatte. Schließt der Landarzt, weil er aufgrund mangelnder Attraktivität keinen Nachfolger findet, folgt einige Monate später meist die Schließung der stationären Apotheke, so dass man stets einen kausalen Zusammenhang feststellen kann. Erbitterte Preiskämpfe der Apotheken vor Ort runden das Problem ab und führen im Resultat zur Schließung der Apotheken.

Diese entstandene Versorgungslücke wurde nun erfolgreich durch die Versandapotheken inkl. Rx-Versandhandel geschlossen. Ein Rx-Versandverbot würde diese Versorgungslücke nun erneut öffnen und drastisch vergrößern, weil die primäre URSACHE für das Apothekensterben natürlich weiterhin bestehen bliebe.

Somit wäre ein Rx-Versandverbot lediglich eine zum Scheitern verurteilte Symptombekämpfung zum Wohle einiger alt eingesessener Apotheken und eine Entscheidung gegen den Verbraucher, Bürger und Wähler.

Mittelmäßiges Gesundheitssystem und rückständige Patientenversorgung

Ein Blick zu unseren europäischen Nachbarn macht es vor, wie moderne Patientenversorgung aussehen kann. Digitale E-Rezepte, Verkaufsautomaten oder Retail Health Care Clinics finden dort Einsatz, um den Patienten, Verbraucher und Bürger optimal und effizient zu versorgen. Man muss dies alles natürlich nicht begrüßen, insbesondere wenn man durch diese Neuerungen in seiner Existenz bedroht ist, wir finden jedoch, dass man den Markt und den mehrheitlichen Bürgerwunsch gewähren lassen muss, so lange es den Verbraucher nicht gefährdet.

Immer wieder bekommen wir z.B. in Diskussionen die olle Kamelle der Temperaturstudie präsentiert, welche eine berechtigte Kritik und auch Gefährdung des Patienten darstellte. Wenn wir im Zuge dieser Debatte jedoch aufzeigen, dass die Branche reagierte um dieses Problem zu lösen (z.B. via trans-o-flex Ambient) wird dies (lalalalala) gekonnt ignoriert, damit ja das somit obsolete Argument weiterhin verwendet werden kann.

NEIN zum Rx-Versandverbot und Klientelpolitik!

Ja, wir sind auch betroffen! – Allerdings nicht weil ein Rx-Versandverbot unser Haus mit Dienstleistungsfokus auf OTC-Anbieter treffen würde, sondern weil ein Rx-Versandverbot uns privat treffen würde und wir die liebgewonnene Arzneimittelversorgung aufgrund chronischer Leiden einfach nicht missen möchten.

Wer uns in unserem Ansinnen unterstützen möchte, ist hiermit herzlich eingeladen seinem Wahlkreisabgeordneten seinen Unmut über die Entscheidung ein Rx-Versandverbot künftig durchzusetzen im Sinne des Bürgerwillens mitzuteilen. Unter dem nachfolgenden Verweis findet ihr die Kontaktadressen aller Abgeordneten im deutschen Bundestag und könnt jene Vertreter aus eurem Wahlkreis kontaktieren: https://www.bundestag.de/abgeordnete/#

Lesen Sie auch unseren Artikel „Arzneimittel bequem nach Hause – Versandapotheken sind die Zukunft!„, um weitere Informationen zum Thema zu erhalten.

Gemeinsam sind wir stark!